Figuren am Schönen Brunnen

09 Dez Nürnbergs Schöner Brunnen

Der Brunnen, der auf dem Marktplatz von Nürnberg steht, wird von den Nürnbergerinnen und Nürnbergern respektvoll Schöner Brunnen genannt. Dieser Titel ist nicht nur respektvoll, sondern auch bescheiden. Denn Nürnbergs Schöner Brunnen ist wirklich ein Kunstwerk, das den Vergleich mit anderen schönen Brunnen aus dieser Zeit nicht zu scheuen braucht. Unser Schöner Brunnen wurde im Jahr 1389 erbaut und ist seit dieser Zeit, neben der Nürnberger Kaiser Burg, das bekannteste Wahrzeichen unserer weltbekannten Stadt.

Schöner Brunnen und die Frauenkirche

Der Schöne Brunnen von Nürnberg ist und war nie als Spitze der Frauenkirche gedacht, auch wenn dass, viele Nürnberger gerne glauben. Die Frauenkirche, die ebenfalls auf dem Marktplatz steht wurde schon 30 Jahre früher als der Brunnen erbaut. Aber, wer weiß, vielleicht hat man 30 Jahre lang versucht, den Schönen Brunnen als Spitze auf die Frauenkirche zu setzen und 1389 aufgegeben. Denn die Ähnlichkeit ist verblüffend. Betrachtet man die kleine runde Dachkuppel der Kirche, wäre der Schöne Brunnen als Kirchturmspitze eine imposante Aufwertung des Gebäudes gewesen.

Schöner Brunnen und seine Figuren

Eine weitere Verbindung zwischen dem Brunnen und der Frauenkirche sind die Figuren, die an beiden Gebäuden dargestellt sind.

Der 19 Meter hohe Schöne Brunnen ist mit vierzig bemalten Figuren versehen. Diese Figuren stellen das römisch-katholische Weltbild ihrer Zeit in 4 Ebenen dar.
Der Beckenrand wird von 16 Figuren geschmückt. Es sind die wichtigsten Philosophen, die mit Gegenständen dem mittelalterlichen Bildungswesen zugeordnet sind:

Pythagoras (Musik), Euklid (Geometrie), Ptolemäus (Astonomie), Nikomachos (Rechnen), Aristoteles (Dialektik), Cicero (Redekunst), Donatus (Grammatik), Sokrates (ohne Zuordnung mit einem Buch).

Hinter den Philosophen, etwas höher, um ein Auge auf deren Tätigkeit zu werfen, sitzen die vier Evangelisten und die vier mittelalterlichen Kirchenväter:
Matthäus, Markus, Lukas und Johannes sowie die Päpste Ambrosius, Hieronymus, Augustinus und Gregorius.

Auf der nächst höheren Eben befinden sich neun mythische Herrscher und die sieben Kurfürsten.
Die Kurfürsten sind auch an der Frauenkirche zu sehen. Beim sogenannten „Männleinlaufen“, das täglich um Schlag Zwölf stattfindet, drehen sich überlebensgroße Figuren um Kaiser Karl IV. im Kreis und wenden sich ihm zu.

Die Herrschergestalten des Schönen Brunnens sind: Josua, Judas Makkabäus, König David, Julius Cäsar, Alexander der Große und Hektor von Troja. Gefolgt von den Kurfürsten: der Erzbischof von Köln, der Erzbischof von Mainz, der Erzbischof von Trier, der König von Böhmen, der Pfalzgraf bei Rhein, der Markgraf von Brandenburg, der Kurfürst von Sachsen, und der König von Böhmen.

Und schließlich auf der höchsten Ebene: Moses und sieben Propheten des Alten Testaments:
Hosea, Daniel, Jeremias, Hesekiel, Amos, Jesaia und Joel.

Nürnbergs Schöner Brunnen hat aber noch mehr zu bieten.

Der Begriff „Schöner Brunnen“ hätte unseren Brunnen noch nicht weltberühmt gemacht. Das Wichtigste und bekannteste ist natürlich der goldene Ring aus Messing, den Nürnbergs Schöner Brunnen in seinem Gitter trägt. Dieser Ring, so sagt die Legende, erfüllt dem, der ihn dreht, einen Wunsch. Nun will es aber der Zufall, dass der Brunnen zwei Ringe besitzt, doch nur einer kann der richtige sein. Ein Schöner Brunnen allein ist noch nicht einmalig, es gibt viele, aber den Wunschring gibt es nur einmal, aber welcher ist der wahre Wunscherfüller?